2014

Der Pädagogische Tag am 27.03.2014

Wenn man etwas despektierlich die Arbeit in einer Schule beschreiben möchte, fällt einem oft das Bild der Baustelle ein. Und in der Tat gibt es immer viel zu tun, Vieles bleibt dabei aber auch auf der Strecke oder wird aufgeschoben oder nur halb und halbherzig getan. Pädagogische Tage dienen daher dazu, vieles aufzuarbeiten, neue Ideen kennen zu lernen, Grundsätzliches, aber auch Fachliches zu erarbeiten. Dass dies gemeinsam geschieht, ist einer der unbemerkten Pluspunkte dieser Tage. An der AES hat es sich bereits zu einer Gewohnheit herausgebildet, nicht immer nur an der Schule selbst, sondern wie in diesem Jahr auch wieder in dem Kreisjugendheim in Ernsthofen sich zu gemeinsamen Denken, Sprechen, Zuhören und Arbeiten zu treffen.

Die Bedingungen sind dort ideal, einmal wird die Verpflegung vor Ort sehr geschätzt, die Räum-lichkeiten sind flexibel nutzbar, die technische Ausstattung ist modern, das Außengelände lädt zu allerlei Aktivitäten ein, die Heimleitung und ihre Mitarbeitersind in jeder Hinsicht hilfsbereit und zuvorkommend.

Das Heim liegt am Waldrand, so dass vielleicht nur die Natur mit ihren Sirenengesängen ablenken könnte, wenn die Arbeit einen nicht so fesseln würde.

In diesem Jahr war das Thema „Individualisierung“ auf der Tagesordnung. Eine Gruppe von acht Kollegen und Kolleginnen hatte an einer Fortbildungsveranstaltung des Kultusministeriums teilgenommen, die in sechs so genannten Modulen durchgeführt worden war. Diese Lehrkräfte unseres Kollegiums haben nun an diesem Tag fünf Workshops angeboten, in die sich das Kollegium vorab einwählen konnte. Sie versuchten die wichtigsten Kenntnisse und Erkenntnisse, aber auch Hilfestellungen, Handreichungen, Arbeitsblätter und anderes nun weiterzugeben. Der Pädagogische Tag war also als eine echte schulinterne Fortbildung geplant, die das Problem zunehmender Individualisierung der Schüler und Schülerinnen, der großen Heterogenität mancher Lerngruppe aufgreifen sollte. Dass die Herausforderung der Inklusion hier anschlussfähig ist, leuchtet nicht nur dem Insider ein.

Nach einem offenen Beginn folgte ein Modul, das sich mit „Wahrnehmen und Beobachten“ im und um den Unterricht beschäftigte. Das gesamte Kollegium nahm daran teil. Im Anschluss daran ging man in sein Wahlpflichtmodul, um dort zunächst sich die Grundlagen zu erarbeiten, dann aber auch praktische Umsetzungen zu entwickeln. Am Nachmittag sollte dann eher fachspezifisch das Erfahrene angewandt werden.

Die Schwerpunkte der einzelnen Module waren Transparenz, nämlich wie man den Unterricht für Schüler und Lehrer durchschaubarer gestalten kann; ferner Lernstandserhebungen, die gewähr-leisten können sollen, dass man die Schüler und Schülerinnen auch dort abholt, wo sie sind, und sie selbst wissen, wo sie gerade sich befinden; dann Kompetenzraster, mit denen man die zu erwer-benden Kompetenzen differenzierter vermitteln kann, denn die Schulcurricula müssen inzwischen alle auf Kompetenzorientierung umgestellt sein. Die Schüler und Schülerinnen sollen nicht mehr nur Lernziele anstreben, sondern Kompetenzen erwerben, die sie handlungsfähiger machen sollen; schließlich Förderpläne, die auch wirklich fördern. Denn das Sitzenbleiben kann man vielleicht durch geignetes Fördern zur Selbsthilfe verhindern.

Das Ende des Pädagogischen Tages sollte offen sein, nämlich für die Möglichkeit, sich auch in den anderen Modulen zu schulen, die dann als weitere schulinterne Fortbildung angeboten werden.

Die Organisatoren des Tages und der Pädagogischen Steuergruppe an der AES danken den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für ihre Mühe und ihren Einsatz: Frau Balß, Herrn Knöß, Frau Becker-Kerschl, Frau Schmitt, Frau Jost, Frau Hess, Frau Brand und Frau Bosch.

Rainer Köster