Aller guten Dinge…

Sind drei. Aber sind es die drei von der Tankstelle, oder die drei in einem Boot, nur ohne Hund? Nein, es sind die drei Musketiere der Schulbildung, die paradoxerweise aus dem Ruhestand noch einmal in den Ruhestand sich haben schicken lassen, und zwar von einem, dem dasselbe Schicksal noch bevorsteht, unserem Schulleiter. Doch das ist eine andere Geschichte.

Scheiden tut weh, nicht nur dem, der bleibt, sondern auch dem, der geht. Es sind Gerd Korrell, Georg Jung und Bernd Beilstein, die am Freitag, dem 18. Mai ihren Ausstand in einer Feier den Geladenen und Beladenen gaben. Das Kollegium, auch viele ehemalige Weggefährten hatten sich in der Mensa versammelt. Wie herrlich leuchtete ihnen die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten aus jedem Zweig und tausend Stimmen aus dem Gesträuch. Festreden wurden kurz gefasst, Erinnerungen zum Schwelgen ausgebreitet, Zitate aus Würdigungsschreiben aus den Akten vorgetragen, die Fachschaften gaben ihr Bestes, Tränen vielleicht. Und viele Bilder aus vergangenen Tagen. Mancher rieb sich die Augen: Wer war das noch einmal? Ich? Wer war noch einmal Dr. Hoffmann? Immerhin erinnerte Herr Göbel daran, dass die Kunst, eine Würdigung zu schreiben, heute einer sechsseitigen Vorgabe gewichen ist. Eine solche auszufüllen zeugt offensichtlich davon, dass die Entzauberung der Welt nun auch in der Schulbürokratie angekommen ist.
dummy2018 Verabschiedungen 01 Begruessung2018 Verabschiedungen 02 Musikalischer Beitrag2018 Verabschiedungen 04 Goebel Jung2018 Verabschiedungen 05 Goebel Jung2018 Verabschiedungen 07 Goebel Jung2018 Verabschiedungen 08 Fsp Jung2018 Verabschiedungen 09 FS Jung2018 Verabschiedungen 10 Goebel Jung2018 Verabschiedungen 11 Goebel Korrell2018 Verabschiedungen 13 FS Korrell2018 Verabschiedungen 14 Saal2018 Verabschiedungen 15 FS Korrell2018 Verabschiedungen 16 FS Korrell2018 Verabschiedungen 17 FS Korrell2018 Verabschiedungen 18 Goebel Beilstein2018 Verabschiedungen 19 Goebel Beilstein2018 Verabschiedungen 20 FS Beilstein2018 Verabschiedungen 21 Personalrat2018 Verabschiedungen 22 Personalrat2018 Verabschiedungen 23 Personalrat2018 Verabschiedungen 24 Personalrat2018 Verabschiedungen 25 Musikalischer Beitrag2018 Verabschiedungen 26 Musikalischer Beitrag2018 Verabschiedungen 27 Musikalischer Beitrag2018 Verabschiedungen 29 Slideshow2018 Verabschiedungen 30 Slideshow2018 Verabschiedungen 31 Gemeinde Beilstein2018 Verabschiedungen 32 Gaeste2018 Verabschiedungen 33 Gemeinde Beilstein2018 Verabschiedungen 35 Gemeinde Beilstein2018 Verabschiedungen 38 Gemeinde Beilstein
Der eine war ein passionierter Handballer. Nicht nur der Fußball ist eine Metapher für das Leben, auch der Handball tut hier gute Dinge: zielstrebig, erfolgsorientiert, reaktionsschnell, mannschaftsdienlich, Mut zum Risiko und niemals sich aufgeben sind Eigenschaften, die einem Lehrer und Studienleiter nicht schlecht anstehen.

Der andere tanzte mit Schildkröten zum El Nino, liebte die Bienen und den Dauerlauf. Auch er ein Sportler, dem seine Tugenden zur zweiten Natur geworden sind. Und was erlebt man in einem Sabbatjahr? Und Freud und Wonne aus jeder Brust. O Erd', o Sonne, o Glück, o Lust, o Lieb', o Liebe, so golden schön wie Morgenwolken auf jenen Höhn, er segnete herrlich das frische Feld - im Blütendampfe die volle Welt!

Der dritte im Bunde bürgt im Zweifel für die beiden ersten, auch er steigt gerne auf die Berge, nicht nur wegen der freien Lüfte, die dort und nur dort wehen, sondern um um eines Gleichnisses willen schnell wieder herunterzufahren, auf Brettern, die ihm eine Welt bedeuten, den Kreislauf des Lebens symbolisierend. Erdkunde ist seine Passion, Comenius‘ Anschauung als Unterrichtsprinzip modernisierend und digitalisierend hat er den hoffentlich immer Lernenden orbis pictus gezeigt.

In allen Beiträgen kam denn auch der Dank nicht zu kurz, die Wehmut, denn sie unter-richteten mit warmem Blut, und gaben der Jugend Freud und Mut zu neuen Liedern und Tänzen, sei es in der Turnhalle, dem Klassensaal, im Schwarzwald, am Whiteboard, hinter dem Mikroskop. Die Kurven müssen nun andere diskutieren, die Geheimnisse von Darwins Finken und der Honigbienen lüften die Nesthocker, doch eine Raumanalyse der Westpfalz ist noch ein Desiderat. Oder wussten Sie, dass in Kusel eine der größten Burgruinen Deutsch-lands steht? Dass es einen Ort namens Beilstein gibt, ist nun dank K.K. auch Bestandteil der Allgemeinbildung geworden.

Bevor man zum gemütlichen Teil überging und sich den weltlichen Genüssen eines Büfett hingeben durfte, brauchte es noch viel Luft, damit in leidenschaftlicher Manier unser Karajan das Luftpumpenorchester glanzvoll zu einem krönenden Höhepunkt trieb. Dann endlich ging es atemlos in die Nacht.

PS: Zu Dank verpflichtet muss man den Schülerinnen und Schülern sein, die trotz ihrer bevorstehenden Abiturprüfungen sich bereit erklärt haben, den Gästen den reinen Geist des Weines und Bieres einzuschenken. Mancher trank auch Wasser. Zum Rauchen musste man vor das Tor.