Chronik

100 Jahre AES

Das Jahr 2000 gibt uns nicht nur aufgrund des Wechsels des Jahrtausends einen Anlass zum Feiern: Es sind am 1. Mai 2000 genau 100 Jahre seit der Gründung dieser Anstalt vergangen. Anlass dieser Gründung war, dass der ländlichen Gegend unseres Odenwaldes eine weiterführende Schule fehlte. Nachdem die Schule am 1. Mai 1900 unter Beteiligung der Angehörigen und der Freunde der Schule eröffnet worden war, begann der Unterricht am darauffolgenden Tag. Die Schule durfte erst ab 1905 von Mädchen besucht werden.

Räumliche Entwicklung:
Am Anfang wurde die Schule im Rathaus Groß-Bieberau beherbergt, es musste jedoch bald in dem 1901 übergebenen Turnhallengebäude ein weiterer Unterrichtsraum eingerichtet werden. Dieser wurde allerdings 1923 in eine Wohnung umgewandelt und an seiner Stelle das Lehrerzimmer für den Unterricht genutzt. Es erfolgte eine Teilung der Schüler in dauernd getrennte Klassen. Als die Ludwigsschule aus Darmstadt die Klassen Sexta bis Quarta nach Bieberau verlegte, reichten die Räumlichkeiten nicht mehr aus und so wurde ein Schichtunterricht vormittags und nachmittags eingeführt. Außerdem wurden einige Hilfsräume hinzugezogen. 1945 verlegte man zum Schutz vor Fliegerangriffen einige Klassen nach Fränkisch-Crumbach. Vom 21. März 1945 bis zum 22. Oktober 1946 fand wegen des Krieges kein Unterricht statt. Seit 1948 mußte der Saal neben der Turnhalle wieder mitgenutzt werden. 1950 stellte die evangelische Kirche ihren Gemeindesaal dem Unterricht zur Verfügung, trotzdem verschlechterte sich die Raumnot aufgrund der Angliederung der Untersekunda in diesem Jahr nochmals. Als 1952 im alten Volksschulbau einige Räume frei wurden, konnte der Schichtunterricht aufgegeben werden. 1956 kamen zwei Klassenzimmer im Feuerwehrhaus hinzu. Später wurde das Dach der Volksschule ausgebaut und im Hof ein Holzbau mit zwei Sälen aufgestellt. 1965 wurde die Oberprima im Stadtverordnetensitzungssaal unterrichtet. Mit der Beziehung des neuen Schulgebäudes Im Wesner am 1. April 1966 standen genügend Räume zur Verfügung. Erst 1976 mußten wieder einige Klassen in die Volksschule ausgelagert werden. 1981 fügte man der seit 1966 bestehenden Turnhalle eine Großsporthalle bei. Der 1984 fertiggestellte Erweiterungsbau löste alle bestehenden Raumprobleme.

Die Schülerzahl war während der ersten 29 Jahre starken Schwankungen ausgesetzt und jedesmal, wenn sie, je nach Betrachtungsweise, als zu klein angesehen wurde, ging das Gerücht einer Schließung um. Hier ist es besonders der Gemeinde und jetzigen Stadt Groß-Bieberau zu verdanken, dass sie unsere Schule immer wieder ideell und finanziell unterstützte, um deren Erhalt zu sichern.

Quelle: Jahresbericht 1989/90 über die AES
Autoren: Frank Rüthrich und Bastian Heinemann