TWAILAIT

Stuttgart, Berlin, Hamburg … Groß-Bieberau
Die Theater-AG der Albert-Einstein Schule „EchtEinstein“ ist mit ihrer Produktion TWAILAIT zu den Berliner Festspielen Theatertreffen der Jugend 2017 nach Berlin eingeladen

Dass sich die Theater AG „EchtEinstein“ unter der Leitung der Theaterpädagogin Andrea Fischer in dem bundesweiten Wettbewerb durchsetzen konnte, war ein Triumph der Schultheaterarbeit an der AES. Immerhin trat die Gruppe hier gegen Jugendtheatergruppen aus großen professionellen Stadttheatern aus Stuttgart, Berlin oder Hamburg an, die mit gecasteten Jungschauspielern, mit einem ganzen Team von Dramaturgen, Technikern, Bühnenbildnern ihre Produktionen entwickeln und vor hunderten Menschen auf großen Bühnen aufführen. Die Jury jedenfalls entschied nach Sichtung des Bewerbungsvideos und einem persönlichen Besuch einer eigens dazu angesetzten Aufführung des Stücks, dass TWAILAIT unter den 114 eingereichten Bewerbungen zu den 8 besten Jugendtheaterproduktionen Deutschlands gehört.

Die Gruppe wurde deshalb zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen und wird dort vom 02. - 10. Juni 2017 nicht nur das eigenen Stück aufführen, sondern auch die anderen sieben ausgewählten Produktionen ansehen, mit den anderen Spielerinnen und Spielern über die Stücke diskutieren, Workshops besuchen und vieles mehr.

2017 TWAILAIT Presse farbig
EchtEinstein sind: Berzan Aslan, Hanna Bartels, Andrea Fischer, Hannah Göckel, Johanna Kämmerer, Leonhard Kethorn, Annika Klein, Marisol Reemts, Zoe Reemts, Sophie Zimmermann.

TWAILAIT ist eine Eigenproduktion der Gruppe. Das Stück nimmt humorvoll und gleichzeitig analytisch die Filmreihe „Twilight“ zum Anlass für eine Erforschung der eigenen Vorstellungen von Liebe, Identität, Zeit. Der Film selbst richtet sich vor allem an ein Publikum im Alter zwischen 12 und 15 Jahren und ist eine Mischung aus Liebes- und Horror-, oder Actionfilm: Eine junge Frau verliebt sich in einen Vampir, was zahlreiche Probleme, Herausforderungen und Abenteuer mit sich bringt. Phantasien, die aus der heutigen Sicht der Spielerinnen und Spieler entweder nie relevant waren oder längst überholt sind … oder doch nicht? Ist der Traum von der Unsterblichkeit, von Unverletzlichkeit und ewiger Liebe schon ausgeträumt? Und wie muss so ein Partner für die Ewigkeit sein? Wer ist bereit sein Leben für die Liebe zu opfern?

Die Berliner Jury hatte sich aber nicht nur durch die Inhalte, sondern auch durch die Form überzeugen lassen. Denn die Bühne selbst wird hier in unterschiedlicher Weise zum Filmset und dekonstruiert die filmische Illusion. Eine Livekamera überträgt biografische Erzählungen auf den Bühnenhintergrund, so dass die Geschichte z.B. vom ersten Kuss, ganz nah an die Zuschauer heranrückt. Auf einem Laptop werden für das Publikum unsichtbar Filmsequenzen aus Twilight abgespielt, von einer Spielerin beschrieben und auf der Bühne nachgestellt. Ausschnitte der Originaldialoge des Films werden vorgetragen, es wird gesungen, getanzt … und all die Puzzleteile fügen sich zu einem spannenden, oft sehr komischen aber auch nachdenklich stimmenden Stück zusammen, das vor allem durch die unverstellte und offene Spielweise der Performer so ehrlich wirkt und die Zuschauer für sich einnimmt.

Olaf Mönch

Informationen unter www.theater-an-der-aes.de oder www.einzelpaar.com